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Ganzheitliches Portfolio- und Risikomanagement: Stadtwerke zwischen Marktvolatilität und strategischer Ausrichtung

Steigende Anforderungen an Energieportfolios: Neben den traditionellen Mengen- und Preisrisiken gewinnen insbesondere regulatorische Einflüsse und CO₂-Kosten beim Energieportfolio zunehmend an Bedeutung.

Die Energiemärkte bleiben auch im Jahr 2026 von einem anspruchsvollen Umfeld geprägt. Geopolitische Entwicklungen, volatile Rohstoffmärkte, regulatorische Anpassungen, der fortschreitende Ausbau erneuerbarer Energien sowie die zunehmende Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft verändern die Marktmechanismen nachhaltig. Gleichzeitig befinden sich die Strom- und Gasmärkte weiterhin in einem strukturellen Wandel, dessen langfristige Auswirkungen noch nicht in allen Bereichen abschließend absehbar sind.

Für Stadtwerke und kommunale Energieversorger ergeben sich daraus steigende Anforderungen an die Bewirtschaftung ihrer Energieportfolios. Neben den traditionellen Mengen- und Preisrisiken gewinnen insbesondere regulatorische Einflüsse und CO₂-Kosten zunehmend an Bedeutung. Die Integration des nationalen Emissionshandels sowie die bevorstehende Überführung in das europäische EU-ETS2-System erweitern das Risikospektrum zusätzlich. Um diesen Herausforderungen angemessen zu begegnen, bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtung von Beschaffung, Vertrieb und Risikomanagement. Nur durch ein abgestimmtes Vorgehen entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette lassen sich Risiken angemessen steuern und vorhandene Optimierungspotenziale nachhaltig erschließen.

Seit Ausbruch des Ukrainekriegs steht die Energiewirtschaft vor außergewöhnlichen Herausforderungen. Neben kurzfristigen Preis- und Mengenrisiken prägen auch tiefgreifende strukturelle Veränderungen die Marktbedingungen. Der deutsche Gasmarkt befindet sich weiterhin in einem Anpassungsprozess: Die Versorgung hat sich von einem überwiegend leitungsgebundenen europäischen Markt stärker hin zu einem global beeinflussten LNG-Markt entwickelt, die Bedeutung von Speichern und Flexibilitäten verändert sich, und regulatorische Rahmenbedingungen entwickeln sich im Zuge der Energiewende sowie der künftigen Integration von CO₂-Kosten kontinuierlich weiter.

Erfolgreich bewältigte Herausforderungen dürfen dabei nicht zu der Annahme verleiten, dass künftige Risiken mit denselben Maßnahmen beherrschbar bleiben. Auch weiterhin können Preis-, Mengen- und Liquiditätsrisiken in ungünstigen Marktphasen erhebliche Auswirkungen entfalten. Mit strategischer Weitsicht, einer konsequenten Risikosteuerung und einem ganzheitlichen Blick auf Markt-, Regulierungs- und Portfoliorisiken können sich kleine und mittlere EVU jedoch auch in diesem anspruchsvollen und dynamischen Marktumfeld nachhaltig behaupten.

Trotz des fortschreitenden Ausbaus erneuerbarer Energien bleibt der Gasmarkt ein wesentlicher Einflussfaktor für die Strompreisentwicklung. Die enge Verflechtung beider Märkte führt dazu, dass Veränderungen der Gaspreise weiterhin erhebliche Auswirkungen auf die Preisbildung an den Strommärkten haben können. Entwicklungen im Gasmarkt sind daher nicht isoliert zu betrachten, sondern gewinnen auch für die Bewertung und Bewirtschaftung von Stromportfolios zunehmend an Bedeutung.

Neue Marktrealitäten erhöhen den Handlungsdruck

Insbesondere die anhaltend hohe Dynamik an den Spot- und Terminmärkten verändert die Anforderungen an die operative Steuerung. Kurzfristige Preisbewegungen, veränderte Verbrauchs- und Einspeisemuster sowie regulatorische Unsicherheiten führen dazu, dass Beschaffung und Vertrieb deutlich enger verzahnt werden müssen als noch vor wenigen Jahren.

Hinzu kommen neue strukturelle Herausforderungen:

  • schwankende Kundenverbräuche und veränderte Verbrauchsstrukturen,
  • zunehmende Eigenerzeugung und dezentrale Einspeisung,
  • steigende Wetterabhängigkeit von Erzeugung und Absatz,
  • kurzfristige Veränderungen von Last- und Einspeiseprofilen,
  • eine stärkere Verflechtung von Strom-, Gas- und CO₂-Märkten,
  • teilweise rückläufige Liquidität in einzelnen Marktsegmenten,
  • fortlaufende regulatorische Anpassungen und neue Marktanforderungen sowie
  • steigende Anforderungen an die Transparenz und Steuerbarkeit von Energieportfolios.

Insbesondere kleine und mittlere Stadtwerke verfügen häufig nur über begrenzte personelle und technische Ressourcen, um diesen Entwicklungen in vollem Umfang Rechnung zu tragen. Gleichzeitig können geringere Handelsvolumina und größere Bid-/Ask-Spannen die Anpassung bestehender Positionen erschweren und die Bewertung von Portfolios zusätzlich beeinflussen. Risiken entstehen dabei oftmals weniger aus einzelnen Marktbewegungen als vielmehr aus einer unzureichenden Transparenz über Zusammenhänge und Wechselwirkungen sowie aus eingeschränkten Möglichkeiten zur frühzeitigen Steuerung und Anpassung von Positionen.

Darüber hinaus erweitern regulatorische Entwicklungen und die stärkere Verknüpfung von Energie- und CO₂-Märkten das Spektrum der zu berücksichtigenden Risiken. Neben klassischen Mengen- und Preisrisiken gewinnen dabei regulatorische Rahmenbedingungen und CO₂-Kosten zunehmend an Bedeutung. Energieversorger sind daher gefordert, Energie- und Emissionspositionen künftig stärker integriert zu betrachten.

Zusätzliche Unsicherheiten ergeben sich aus politischen und regulatorischen Entscheidungen, veränderten Witterungsbedingungen, infrastrukturellen Einschränkungen sowie Entwicklungen an den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten. Die zunehmende Vernetzung dieser Einflussfaktoren kann sowohl die Mengen- als auch die Preisentwicklung an den Energiemärkten maßgeblich beeinflussen und erfordert eine kontinuierliche Beobachtung und Bewertung der relevanten Markt- und Risikotreiber.

Im Unterschied zu reinen Energiehandelsunternehmen stehen bei Stadtwerken nicht einzelne Handelspositionen, sondern die langfristige und wirtschaftliche Versorgung ihrer Kundinnen und Kunden im Mittelpunkt. Beschaffungsentscheidungen müssen daher stets im Kontext der Vertriebsstruktur, der Kundenentwicklung und der jeweiligen Risikotragfähigkeit betrachtet werden. Dies erfordert eine integrierte Sicht auf Beschaffung, Vertrieb und Risikomanagement, die über eine isolierte Optimierung einzelner Marktpositionen hinausgeht.

Vertrieb, Beschaffung und Risikomanagement eng miteinander verzahnen

Vor diesem Hintergrund gewinnt ein systematischer und kontinuierlicher Steuerungsansatz zunehmend an Bedeutung. Erfolgreiche Stadtwerke verfolgen heute einen integrierten Ansatz, der sowohl die Anforderungen der Energiebeschaffung als auch die Besonderheiten kommunaler Vertriebsportfolios berücksichtigt. Wesentliche Bausteine sind dabei:

  • eine strukturierte und risikoorientierte Terminbeschaffung,
  • der gezielte Einsatz flexibler Lieferverträge und Beschaffungsinstrumente,
  • eine bedarfsgerechte Nutzung von Spot- und Kurzfristmärkten,
  • klar definierte Risiko- und Steuerungsgrenzen,
  • transparente Berichts- und Entscheidungsprozesse sowie
  • eine enge Abstimmung zwischen Vertrieb, Beschaffung und Risikomanagement.

Ziel ist eine Portfoliosteuerung, die auf veränderte Marktbedingungen flexibel reagieren kann, Risiken frühzeitig sichtbar macht und gleichzeitig die wirtschaftliche Versorgung der Kundinnen und Kunden unterstützt. Hierzu sind sowohl geeignete Prozesse als auch eine konsistente Datengrundlage und klare Verantwortlichkeiten erforderlich.

Die EnergieMarkt Beratungsgesellschaft mbH (emb) unterstützt kleine und mittlere EVU dabei, die hierfür erforderlichen Strukturen, Prozesse und Methoden weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches Risiko- und Portfoliomanagement, das Transparenz schafft, Entscheidungsprozesse unterstützt und eine aktive Steuerung entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette ermöglicht.

Ganzheitlicher Beratungsansatz statt isolierter Einzellösungen für EVU

Die Anforderungen an Stadtwerke und kommunale Energieversorger werden zunehmend durch das Zusammenspiel von Markt, Regulierung, Portfolio, Organisation und IT geprägt. Einzelne Optimierungsmaßnahmen entfalten daher häufig nur dann ihre volle Wirkung, wenn sie in ein übergeordnetes Gesamtkonzept eingebettet sind.

Die emb verfolgt vor diesem Hintergrund einen ganzheitlichen Beratungsansatz, der energiewirtschaftliche, organisatorische und technische Fragestellungen integriert betrachtet. Gemeinsam mit ihren Kunden werden praxisorientierte und nachhaltig tragfähige Lösungen entwickelt, insbesondere für:

  • ein ganzheitliches Risiko- und Portfoliomanagement,
  • die Weiterentwicklung von Beschaffungs- und Vertriebsstrategien,
  • den Einsatz flexibler Liefer- und Beschaffungsmodelle,
  • transparente Berichts- und Steuerungssysteme,
  • die Integration von Energie-, CO₂- und Risikopositionen,
  • effiziente Organisations- und Entscheidungsstrukturen sowie
  • die Weiterentwicklung energiewirtschaftlicher Prozesse und IT-Systeme.

Im Mittelpunkt steht dabei stets die Frage, wie kleine und mittlere EVU ihre Handlungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit in einem zunehmend komplexen Marktumfeld langfristig sichern können.

Strategische Agilität schafft Stabilität

Die Energiewirtschaft befindet sich in einem anhaltenden Transformationsprozess. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die zunehmende Sektorenkopplung, die stärkere Verflechtung von Strom-, Gas- und CO₂-Märkten sowie neue regulatorische Anforderungen verändern die Rahmenbedingungen für Energieversorger nachhaltig. Gleichzeitig gewinnen Flexibilität, Datenverfügbarkeit und Reaktionsfähigkeit für die operative und strategische Steuerung zunehmend an Bedeutung.

Strategische Agilität bedeutet dabei nicht kurzfristigen Aktionismus, sondern die Fähigkeit, Marktveränderungen frühzeitig zu erkennen, unterschiedliche Entwicklungspfade systematisch zu bewerten und bestehende Strategien sowie Prozesse bei Bedarf zielgerichtet weiterzuentwickeln. Hierzu gehört auch die Fähigkeit, Beschaffungs-, Vertriebs- und Risikostrategien kontinuierlich an veränderte Marktbedingungen anzupassen.

Eine vorausschauende Steuerung von Mengen-, Preis-, Regulierungs- und Portfoliorisiken stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit von Stadtwerken, sondern schafft zugleich die Grundlage für eine wirtschaftliche und sichere Energieversorgung. Transparente Entscheidungsgrundlagen, klare Verantwortlichkeiten und belastbare Prozesse bilden hierfür wesentliche Voraussetzungen.

Die emb versteht sich dabei als unabhängiger und praxisnaher Sparringspartner für kleine und mittlere EVU. Fundierte Branchenkenntnisse, methodische Kompetenz und langjährige Erfahrung in den Bereichen Beschaffung, Vertrieb, Risikomanagement und Regulierung bilden die Grundlage für Lösungen, die sowohl fachlich fundiert als auch operativ umsetzbar sind.

Ansprechpartner für Interessierte ist Martin Wurm.

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Pressekontakt
Dr. Schäfer PR- und Strategieberatung
Dr. Anke Schäfer
Arno-Esch-Str. 1
18055 Rostock
Telefon: +49 381 666 58 58
E-Mail: info[at]dr-schaefer-pr.de

(Der Bericht ist auch erschienen im "energie.blog" am 09.06.2026)